Ziehen sich die Sparkassen/Landesbanken mit dem internen Rating aus der Finanzierung des Mittelstandes zurück?
Nein!
Die Sparkassen-Finanzgruppe ist der größte Kreditgeber für den deutschen Mittelstand. Die Sparkassen/Landesbanken werden auch weiterhin ein verlässlicher Partner für die heimische Wirtschaft, dass heißt für die mittelständischen Betriebe und auch die Existenzgründer, bleiben.
Selbstverständlich kann sich die Sparkasse/Landesbank nicht der Globalisierung und den international gültigen Regeln der Finanzmarktaufsicht entziehen. Dabei wird die Sparkasse/Landesbank aber nicht als "Global Player" auftreten, sondern weiter die heimische Wirtschaft an ihrem Standort unterstützen.
Wird durch Basel II und das Rating die Kreditfinanzierung für den deutschen Mittelstand grundsätzlich teurer?
Die Kreditaufnahme über Sparkassen/Landesbanken und Banken ist für den Mittelstand in Deutschland nach wie vor die wichtigste Finanzierungsquelle. Dies wird auch so bleiben.
Basel II verpflichtet alle Kreditinstitute, bei der Vergabe von Krediten auch angemessenes Eigenkapital vorzuhalten. Im Gegensatz zur früheren Eigenkapitalvereinbarung muss sich die Unterlegung jetzt am Risiko des einzelnen Kreditgeschäftes orientieren. Damit beeinflusst die Bonität des Kreditnehmers - ausgedrückt über sogenannte Risikokosten - seinen individuellen Kreditzins.
Basel II verfolgt aber das Ziel, dass die Eigenkapitalbelastung für die Kreditinstitute im Durchschnitt gleich bleibt. Somit werden Kunden guter Bonität niedrigere Zinsen zahlen als der Durchschnitt, wirtschaftlich schwache Kunden müssen eine zusätzliche Risikoprämie zahlen.
Aus der Sicht der Kunden mit guter Bonität entfällt damit die ungerechte Quersubventionierung zugunsten der schwächeren Kreditnehmer. Für Kunden schwächerer Bonität wird ein zusätzlicher Anreiz geschaffen, ihr Unternehmen besser aufzustellen. Das Ratingergebnis und die Risikoprämie bestimmt nämlich nicht die Sparkasse/Landesbank, der Unternehmer selbst ist für sein Unternehmen verantwortlich. Dabei kann er mit den beiden Erfolgsfaktoren
- professionelle Unternehmensführung,
- Kommunikation und Vertrauensverhältnis zur Sparkasse/Landesbanksein Ratingergebnis positiv beeinflussen.
Fazit: Eine grundsätzliche Verteuerung der Kredite wird es nicht geben. Der Einzelfall entscheidet.
Wird die Sparkasse/Landesbank das Rating veröffentlichen?
Eine Veröffentlichung - wie sie bei externen Ratingagenturen zu beobachten ist - wird nicht stattfinden. Dies fällt unter den Schutz des Bankgeheimnisses.
Selbstverständlich wird der Firmenkundenberater jedoch mit dem Kunden über das Ergebnis des Ratingprozesses sprechen.
Welchen Einfluss hat meine Branche auf das Rating?
Die Branche findet zwar im Rating einen gewissen Einfluss. Sie ist jedoch kein K.o.-Kriterium.
In jeder Branche - ob als gut oder als schwierig eingestuft - gibt es intakte und wirtschaftlich schwache Unternehmen. Ein gut aufgestelltes Unternehmen kann gerade in einer schwierigen Branche als Gewinner hervortreten.
Die jeweiligen Erfolgschancen eines Unternehmers, ganz besonders auch eines Existenzgründers, werden aber im Rating bereits durch die Finanzkennzahlen und die qualitativen Faktoren ausreichend beurteilt.
Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Branche allein verhindert daher nicht die Finanzierungsmöglichkeiten.
Deutsche Unternehmen haben im internationalen Vergleich eine geringe Eigenkapitalausstattung. Führt dies zwingend zu schlechten Ratingnoten?
Die Eigenkapitalausstattung des Unternehmens ist ein wichtiger Faktor innerhalb des Ratings. Bei der Entwicklung des neuen Ratingverfahrens wurde jedoch die Eigenkapitalausstattung deutscher Unternehmen als Maßstab genommen. Daran muss sich jedes Unternehmen messen lassen, nicht jedoch an der Situation ausländischer Unternehmen.
Trotzdem: Eine Verbesserung der Eigenkapitalausstattung, zum Beispiel durch verbesserte Rentabilität, eine moderate Entnahmepolitik oder neue Einlagen wirkt sich positiv auf die Ratingnote aus.
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