„Basel II“, die Anforderungen der deutschen Bankenaufsicht und das immer weiter zunehmende Risikomanagement der Sparkassen und Banken lassen das Rating zu einem unverzichtbaren Instrument im Kreditgeschäft werden. Für Sie als Unternehmer bedeutet diese Entwicklung, dass bei jeder neuen Finanzierung und auch bei jeder laufenden Bonitätsüberprüfung seitens der Sparkasse/Landesbank ein neues, auf aktuellen Daten basierendes Rating erstellt wird. Was können Sie also tun, um sich auf diese Situation vorzubereiten und auch Ihr Rating positiv zu beeinflussen?
Erfolgsfaktor 1: Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmer und Sparkasse/Landesbank
Zukünftig werden Unternehmen verstärkt eine Außendarstellung, also Marketing in eigener Sache, betreiben müssen. Je aktueller und detaillierter die Informationen sind, umso genauer und besser ist auch das Rating. Eine offene Informationspolitik des Unternehmers über seine Produkte, die Wettbewerber, die Unternehmensstrategie – also ein regelmäßiger Dialog zwischen Unternehmer und Firmenkundenberater – ist daher sehr wichtig. Er stellt auch die Grundlage für ein beiderseitiges Vertrauensverhältnis dar.
Erfolgsfaktor 2: professionelle Unternehmensführung
Ein gutes Unternehmen wird auch immer ein gutes Rating erhalten!
Diese einfache und pauschale Aussage trifft voll und ganz zu. Beim Rating wird das Unternehmen ganzheitlich betrachtet, es findet eine systematische Stärken- und Schwächen-Analyse statt. Je besser das Unternehmen aufgestellt ist, umso besser wird letztlich auch die Ratingnote sein.
Die beste Vorbereitung auf ein Rating ist damit eine professionelle, auf ganzheitliche Optimierung ausgerichtete Unternehmenssteuerung, da diese automatisch zu einer Verbesserung der Ratingeinschätzung führt. Eine professionelle Rechnungslegung, ein funktionierendes Controlling und eine nachvollziehbare mittelfristige Planung werden künftig unerlässlich sein.
Erfolgsfaktor 3: Liquiditätsplanung und Kontodisposition
Die Kontoführung und die Rückzahlung von Darlehen sind wesentliche Parameter für die Beurteilung der Liquiditätssituation. So können Kontoüberziehungen und Darlehensrückstände zu einer Verschlechterung der Ratingnote führen. Dies kann nur von dem Unternehmer selbst beeinflusst werden, indem die vereinbarten Kreditlinien und Absprachen mit der Sparkasse/Landesbank eingehalten werden.
Erfolgsfaktor 4: Ihre eigene Vorbereitung auf das Gespräch mit der Sparkasse/Landesbank
Rating kann und wird kein Instrumentarium darstellen, das unabhängig vom Unternehmer erstellt wird. Das Ratingergebnis hängt in hohem Maße von den Informationen und Unterlagen ab, die vom Unternehmer zur Verfügung gestellt werden. Das bedeutet aber auch, dass Informationsdefizite das Ratingergebnis negativ beeinflussen.
Der Vorbereitung eines Unternehmens auf ein Ratinggespräch mit der Sparkasse/Landesbank kommt damit eine besondere Bedeutung zu. Für das Management ist dies keine einmalige, sondern eine dauerhafte Herausforderung.
Vor einem Gespräch mit der Sparkasse/Landesbank sollten Sie sich deshalb auf die Fragenkomplexe der einzelnen Bereiche im Ratingprozess vorbereiten.
Tipps für die Zusammenarbeit mit der Sparkasse und Landesbank
Verstehen Sie Rating als eine Chance. Deshalb einige Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit:
Eine offene Informationspolitik zwischen Unternehmer und Sparkasse/Landesbank bildet die Basis für einen konstruktiven Ratingprozess. Dabei muss es sich um einen ständigen und regelmäßigen Austausch handeln.
Jede Sparkasse oder Bank benötigt bestimmte Unterlagen und Informationen für eine Kreditentscheidung. Gehen Sie rechtzeitig vor einem Kreditwunsch auf Ihren Berater zu und informieren Sie sich über benötigte Daten.
Auch für die laufende Bonitätsüberprüfung – und damit für ein regelmäßiges Rating – werden Informationen benötigt. Stimmen Sie sich mit Ihrem Kundenberater ab, welche Unterlagen einzureichen sind – und in welchem Rhythmus.
Informieren Sie Ihren Berater über Ihre Erfolge, verschweigen Sie aber auch nicht die Misserfolge. Schwierigkeiten werden so oder so sichtbar, sei es in der Bilanz oder in der Kontendisposition. Offen über Probleme zu reden, schafft Vertrauen und gibt Ihrem Berater die Möglichkeit, mit Ihnen gemeinsam an der Problemlösung zu arbeiten.
Überprüfen Sie Ihre Kreditlinien auf eine ausreichende Liquiditätsvorsorge, um unnötige Überziehungen zu vermeiden. Bei kurzfristigen Liquiditätsengpässen stimmen Sie sich rechtzeitig mit Ihrem Berater ab.
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