Flensburger Klimapakt
Klimaforscher Professor Olav Hohmeyer hat gemeinsam mit der Kfz-Innung Flensburg ein Konzept zur Minimierung des CO2-Ausstoßes erarbeitet. „Jeder kann seinen Beitrag schon jetzt leisten und Kraftstoff sparen“, sagte Hohmeyer auf einer Pressekonferenz der Innung am Mittwoch in Flensburg. Dies funktioniere zum Beispiel durch umweltbewusstes Fahrverhalten und regelmäßige Wartung, sei allerdings kein Ersatz für emissionsärmere Antriebe.
Der Verkehrssektor ist ein Mitverursacher der Klimaerwärmung. In Flensburg stellte er 2009 mit rund 700.000 Megawattstunden den größten Energieverbrauch dar. Dem liegt ein Kraftstoffverbrauch von rund 54 Millionen Liter zugrunde.
Um den Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeuges zu reduzieren, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: das individuelle Fahrverhalten, den Rollwiderstand sowie die internen Prozesse im Motor und beim Antrieb.
Emissionen sinken durch professionelle Wartung
„Professionelle Wartung ist wichtig“, so Hohmeyer, „wird das vernachlässigt, steigt der Verbrauch um bis zu 25 Prozent.“ Dazu tragen Maßnahmen wie die Verwendung von Leichtlauföl sowie die regelmäßige Prüfung von Ventilen, Elektrik sowie Luftfilter bei.
Auch der Rollwiderstand ist ein wesentlicher Aspekt. Durch Minimierung des Rollwiderstandes und regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks können zwei Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs eingespart werden. Durch Verwendung von Leichtlaufreifen kann sich der Verbrauch um bis zu fünf Prozent verringern.
Um die Autofahrer zum aktiven Kraftstoffsparen zu animieren, startet die Innung eine „Wartungskampagne“: Sie verteilt Gutscheine über 30 Euro, die bei den Kfz-Meisterbetrieben der Innung Flensburg Stadt und Land eingelöst werden können. Jedes Fahrzeug erhält einen Aufkleber der Kfz-Innung „Ich bin dabei und spare CO2/Klimapakt Flensburg“.
Ohne Trendwende düstere Zukunft
Mit geringen Emissionen können Autofahrer wesentlich zur Erhaltung der Umwelt beitragen. Hohmeyer, der Mitglied im Weltklimarat und Herausgeber des Klimareports 2007 ist, warnt vor dem Schmelzen des Grönlandeises.
Gehe es weiter wie bisher, beginne der Prozess in etwa 25 Jahren, so der Klimaforscher: „Der Prozess dauert zwar mehrere hundert Jahre, ist aber unumkehrbar.“ Die Aussichten sind auch für Flensburg wenig erfreulich: Der Meeresspiegel steige dann um mehr als sieben Meter. Die Folge: Flensburg und Schleswig-Holstein liegen unter Wasser.
(c)2010 kfz-betrieb.de / Vogel Business Media
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